EPS vs SVG vs PDF: drei Vektor-Formate im Vergleich
Wer eine Logo-Datei oder eine Vektor-Grafik bekommt, kann sie in einem von drei großen Formaten erhalten: EPS für Druck, SVG für Web, PDF für alles dazwischen. Die drei Formate sehen ähnlich aus, sind aber für unterschiedliche Welten gemacht. Hier ist der Vergleich, der erklärt was wann sinnvoll ist.
Redakteur · PostScript-Historie & Bildformat-Standards
Veröffentlicht am 09.06.2026 · Zuletzt geprüft am 09.06.2026
Die drei Welten
EPS, SVG und PDF sind alle drei Vektor-Formate. Sie alle können Linien, Kurven, Text und Bitmap-Bilder enthalten und beliebig skaliert werden. Trotzdem sind sie für unterschiedliche Welten gemacht:
- EPS ist die Druck-Welt der 1980er. Vektor-Logos, Marken-Assets, Imagesetter und PostScript-Drucker. Heute Nische, aber unverzichtbar für Marken-Asset-Lieferung an Druckereien.
- SVG ist die Web-Welt der 2000er. Browser-darstellbar, mit CSS stylebar, interaktiv per JavaScript. Heute der Standard für Web-Vektor-Grafiken.
- PDF ist das universelle Austauschformat seit 1993. Mischung aus Vektor, Bitmap und interaktiven Elementen. Heute das dominierende Print-Format und ein Universal-Lieferformat für Dokumente.
Wer eine Vektor-Grafik liefert, sollte das richtige Format wählen, abhängig davon, wer es verarbeiten muss.
EPS im Detail
Erfunden: 1987 (EPS 1.0), 1992 (EPS 3.0, finale Spec) Erfinder: Adobe Systems Standard: Adobe TechNote 5002 Sprach-Basis: PostScript (Turing-vollständige Stack-Sprache) Datei-Größe typisch: 50 bis 500 KB für Logos, mehrere MB für komplexe Vektor-Grafiken Browser-Support: Keiner Editor-Support: Adobe Illustrator (volle Bearbeitung), Inkscape (Import + Export), CorelDRAW (Import + Export), Affinity Designer (Import) Stärken: CMYK-Farben für Druck, exakte PostScript-Kontrolle, Industrie-Standard für Marken-Assets Schwächen: Keine Transparenz (außer mit Hintergrund-Render-Trick), keine Interaktivität, schwer im Browser zu zeigen, große Dateien bei komplexen Inhalten
Wann nutzen: Logo-Lieferung an Druckereien, klassische DTP-Workflows mit Imagesetter-Output, Marken-Asset-Archive.
SVG im Detail
Erfunden: 2001 (SVG 1.0), 2003 (SVG 1.1), aktuell SVG 2 in Arbeit Erfinder: W3C-Arbeitsgruppe (Adobe, Apple, IBM, Microsoft, Sun, andere) Standard: W3C-Recommendation Sprach-Basis: XML (deklarativ, lesbar, gut komprimierbar) Datei-Größe typisch: 1 bis 50 KB für Logos, 100 bis 500 KB für komplexere Grafiken Browser-Support: Universell seit 2010 (IE9, Chrome, Firefox, Safari, Edge, alle Mobile-Browser) Editor-Support: Adobe Illustrator (Export), Inkscape (native Bearbeitung), Figma (Export), Sketch (Export), VS Code mit Plugin Stärken: Native Browser-Anzeige, CSS-styling möglich, JavaScript-Interaktion möglich, sehr kompakte Datei-Größe bei Logos, perfekte Skalierung Schwächen: Nur RGB-Farben (keine native CMYK), in Print-Workflows oft nicht akzeptiert, ältere Browser (vor 2010) ohne Support, kein verlässlicher Font-Embedding-Mechanismus
Wann nutzen: Web-Logos und Icons, interaktive Daten-Visualisierungen, responsive Vektor-Grafiken, alles wo Browser-Rendering nötig ist.
PDF im Detail
Erfunden: 1993 (PDF 1.0), aktuell PDF 2.0 (ISO 32000-2, 2017, mit Updates) Erfinder: Adobe Systems Standard: ISO 32000 seit 2008 (vorher Adobe-proprietär) Sprach-Basis: Vereinfachtes PostScript-Subset mit eigenen Kompressions-Streams Datei-Größe typisch: 50 KB bis mehrere MB, hängt stark vom Inhalt ab Browser-Support: Eingebauter Viewer in allen großen Browsern (Chrome, Firefox, Safari, Edge) Editor-Support: Adobe Acrobat (vollständig), Foxit (Lese-Fokus), Inkscape (Import), Apple Preview (Annotation), zahlreiche Online-Editoren Stärken: Sehr vielseitig (Text, Vektoren, Bitmaps, Formulare, Hyperlinks, Annotationen), native Transparenz seit PDF 1.4 (2001), Industrie-Standard für Dokumenten-Austausch, PDF/X-Profile speziell für Druck Schwächen: Größere Dateien als SVG für einfache Logos, weniger flexibel als HTML/CSS für Layout, manche PDF-Features sind nicht überall implementiert
Wann nutzen: Komplette Druck-Layouts, Universal-Lieferung für Dokumente, formgebende interaktive Formulare, Archive (PDF/A), Druck (PDF/X).
Tabellen-Vergleich
| Feature | EPS | SVG | |
|---|---|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1987 | 2001 | 1993 |
| Sprach-Basis | PostScript | XML | PostScript-Subset |
| CMYK-Farben | Ja | Nein | Ja |
| RGB-Farben | Ja | Ja | Ja |
| Transparenz | Workaround | Native | Native (ab 1.4) |
| Browser-Anzeige | Nein | Universell | Universell |
| Bearbeitung in Editoren | Adobe Illustrator | Universal | Eingeschränkt |
| Druck-Workflow-Support | Sehr stark | Schwach | Sehr stark (PDF/X) |
| Datei-Größe für Logo | 100–500 KB | 1–10 KB | 30–100 KB |
| Datei-Größe für komplexe Grafik | 1–10 MB | 100 KB–1 MB | 500 KB–5 MB |
| Interaktive Elemente | Nein | Ja (JS, CSS) | Ja (Formulare, Hyperlinks) |
| Skalierbarkeit | Unendlich | Unendlich | Unendlich |
| Aktive Standardisierung | Eingefroren seit 1992 | SVG 2 in Arbeit | PDF 2.0 (2017, Updates) |
Konvertierungs-Workflows
Wer mehrere Formate hat oder konvertieren muss, kann das so:
- EPS zu JPG: epsjpg.de (Ghostscript serverseitig). Ergebnis ist Bitmap, Vektor-Eigenschaft geht verloren.
- EPS zu PDF: Adobe Illustrator (Export), Ghostscript (
gs -sDEVICE=pdfwrite), Inkscape. Ergebnis bleibt Vektor. - EPS zu SVG: Inkscape (Import + Export), Adobe Illustrator (eingeschränkt), pdf2svg (Open-Source). Manchmal verlustbehaftet bei Fonts und Patterns.
- SVG zu PDF: Inkscape, librsvg, Browser-Print-zu-PDF-Funktion, Headless-Chromium.
- SVG zu EPS: Inkscape, Adobe Illustrator. Selten gebraucht, die meisten Workflows gehen von SVG nach PDF/JPG, nicht zu EPS.
- PDF zu JPG: pdf2pic, ImageMagick, Online-Tools. Verliert Vektor-Eigenschaft.
- PDF zu SVG: pdf2svg, Inkscape, manche Online-Tools.
- PDF zu EPS: Ghostscript (
gs -sDEVICE=eps2write), Adobe Acrobat.
Faustregel: Inkscape ist das beste Open-Source-Tool für Vektor-Konvertierungen, kann alle drei Formate lesen und schreiben.
Wann welches Format
Praktische Entscheidungs-Tabelle:
- Logo für Webseite, App-Icon, Social-Media-Avatar → SVG. Browser zeigt nativ, klein, skaliert perfekt.
- Logo für Visitenkarte, Flyer, Plakat (Offsetdruck) → EPS. Industrie-Standard, Drucker erwartet das.
- Komplette Broschüre, Magazin, Buch zum Druck → PDF/X-1a oder PDF/X-4. Alles drin (Vektoren, Bilder, Text, Fonts).
- Diagramm oder Daten-Visualisierung im Web → SVG mit JavaScript-Interaktion.
- Formular zum Ausfüllen am Computer → PDF mit Form-Fields.
- Archivierung wichtiger Dokumente → PDF/A.
- Logo, das in mehrere Layouts eingebettet werden soll → EPS (klassisch) oder PDF (modern).
- Vektor-Datei für Stick-Maschinen (Cutter, Plotter) → meist SVG oder spezialisierte Formate wie DXF.
Welches Format wann
Wer eine Vektor-Datei bekommt, sollte zürst fragen, wofür sie ist. Wenn die Antwort “für Druck” lautet, ist EPS oder PDF richtig. Wenn die Antwort “für Web” lautet, ist SVG das beste. Wenn die Antwort “für mehrere Zwecke” ist, lohnt sich ein Master-Format (z.B. PDF/X oder die Original-Datei aus Adobe Illustrator) und gezielte Konvertierungen für jeden Einsatz.
epsjpg.de hilft beim Schritt “EPS-Vorschau ins Web bekommen”, aber für echte Web-Logos lohnt sich der direkte Weg über SVG. Wer das Original noch hat (typisch als .ai-Datei in Adobe Illustrator), kann es direkt als SVG exportieren. Wer nur die EPS hat, ohne Original-Datei, kann sie mit Inkscape öffnen und als SVG speichern, das ist meist verlustfrei für einfache Logos.
Korrekturwünsche oder Fragen zur Formatswahl gehen an info@akara-solutions.de.
FAQ
Häufige Fragen
Können alle drei Formate die gleichen Inhalte darstellen?
Zu 90 Prozent ja. Vektor-Pfade, Text mit Fonts, eingebettete Bitmap-Bilder und einfache Effekte funktionieren in allen drei. Unterschiede bei: PDF und SVG haben native Transparenz-Support, EPS hat nur über Workarounds (Render-mit-Hintergrund). PDF/SVG haben interaktive Elemente (Hyperlinks, Form-Felder), EPS nicht. EPS hat CMYK-Druck-Profile, SVG nur RGB.
Welches Format ist das modernste?
SVG (1.0 von 2001) ist das jüngste mit aktiver Entwicklung. SVG 2 ist seit 2022 in Bearbeitung. PDF (1993) und EPS (1987/1992) sind älter, aber beide haben weiter Updates erfahren. PDF/A für Archiv-Zwecke und PDF/X für Druck sind moderne PDF-Profile, die jährlich Updates bekommen.
Welches Format ist das kleinste in der Dateigröße?
Hängt vom Inhalt ab. Für einfache Logos mit wenigen Pfaden ist SVG am kleinsten (XML-Text mit gut kompressiblen Tags). Für komplexe Layouts mit eingebetteten Fonts und Bildern ist PDF am effizientesten (PDF nutzt eigene Kompressions-Streams). EPS ist meist am größten, weil PostScript-Code etwas redundant ist und EPS oft eine eingebettete Vorschau-Bitmap mitliefert.
Welches Format kann ein Browser direkt anzeigen?
SVG nativ in jedem Browser seit 2010 (Internet Explorer 9, Chrome, Firefox, Safari). PDF wird von allen großen Browsern angezeigt (eingebauter PDF-Viewer seit Chrome 25, Firefox-PDF.js seit 18, Safari-Vorschau). EPS wird von keinem Browser direkt angezeigt. Wer eine EPS im Browser sehen will, muss sie erst in JPG, PNG oder SVG umwandeln.
Welches Format soll ich für meine Visitenkarte nehmen?
Hängt vom Drucker ab. Profi-Druckereien bevorzugen PDF/X-1a oder PDF/X-4 für komplette Layouts und EPS für Logo-Assets. Online-Druckereien akzeptieren meist PDF, manchmal auch EPS. SVG wird in Print-Workflows selten direkt verarbeitet, weil viele RIPs (Raster Image Processors) kein SVG verstehen. Faustregel: PDF für das gesamte Druck-Layout, EPS für isolierte Logos die in andere Layouts eingebettet werden.
Quellen
Weitere Ratgeber